TSET: Kaum ein Beratungsgespräch, in dem die Frage nicht fällt: „Brauchen wir jetzt auch so einen Chatbot?” Die ehrliche Antwort lautet: vielleicht. Ob sich ein KI-Chatbot für Ihren Betrieb lohnt, hängt nicht von der Technik ab, sondern von drei einfachen Fragen.

Frage 1: Bekommen Sie immer wieder dieselben Anfragen?

Ein Chatbot lohnt sich dort, wo Wiederholung herrscht: Öffnungszeiten, Preise, Ablauf einer Bestellung, häufige Produktfragen. Wenn Ihr Team täglich dieselben zehn Fragen beantwortet, ist das ein klares Signal. Wenn jede Anfrage individuell ist, hilft ein Chatbot wenig – dann frustriert er Ihre Kundschaft eher.

Frage 2: Woher soll der Chatbot sein Wissen nehmen?

Das ist der Punkt, der in Verkaufsgesprächen gern übersprungen wird. Ein Chatbot ist nur so gut wie seine Wissensbasis. Haben Sie dokumentierte Antworten, eine gepflegte FAQ-Seite, aktuelle Produktinfos? Dann lässt sich daraus eine sogenannte RAG-Wissensbasis aufbauen – der Chatbot antwortet dann aus Ihren Inhalten statt frei zu fantasieren. Fehlt diese Grundlage, ist der erste Schritt nicht die Technik, sondern das Aufschreiben.

Frage 3: Wollen Sie mieten oder besitzen?

Viele Anbieter verkaufen Chatbots als Abo: monatliche Gebühr, Daten laufen über fremde Server, und beim Anbieterwechsel fangen Sie bei null an. Die Alternative sind Open-Source-Lösungen, die auf eigener Infrastruktur laufen – Ihre Daten und Ihr aufgebautes Wissen gehören dann Ihnen. Der Einstieg kostet etwas mehr Aufwand, dafür entfällt die dauerhafte Abhängigkeit.

Digitale Souveränität heißt nicht, alles selbst zu machen. Sondern zu verstehen, wovon man abhängig ist – und es bewusst zu entscheiden.

Mein Fazit

Wenn Sie Frage 1 mit Ja beantworten und bereit sind, an Frage 2 zu arbeiten, lohnt sich ein genauerer Blick. Bei Frage 3 helfe ich Ihnen gern, die Optionen für Ihre Größe realistisch zu bewerten – manchmal ist das Abo tatsächlich die bessere Wahl, oft aber nicht.